Final 4 – Überblick über die Mannschaften

Am 18. April findet in Langenhagen erstmalig das Final4 der besten Altherrenmannschaften der Handballregion Hannover statt. An dieser Stelle berichten wir ausführlich über dieses Event und nutzen die Gelegenheit, die einzelnen Mannschaften etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Langenhagen und Barsinghausen beendeten die Meisterschaftsrunde jeweils ohne Verlustpunkt in ihren Staffeln. Im Final 4 dürften aber die Karten völlig neu gemischt werden, denn der Modus sieht eine Spielzeit von je 2×30 Minuten vor. Es liegt also ein Kraftakt vor den beiden Mannschaften, die nach den Halbfinals das Endspiel erreichen. Nichtsdestotrotz geht die HSG Langenhagen als hoher Favorit ins Turnier. Lediglich Außenseiterchancen werden aufgrund des Modus den Teams aus Hainholz und Barsinghausen eingeräumt.

 

HSG Schaumburg 1 – Eine etwas andere Generation

HSG Schaumburg 2014/2015
HSG Schaumburg 2014/2015

Grundsätzlich gehört Schaumburg in die Handballregion WSL. Da aber dort kein Altherrenhandball angeboten wird, hat sich der Verein vor vielen Jahren entschlossen, am Spielbetrieb der Handballregion Hannover teilzunehmen. Eine zweite Vertretung der Schaumburger verpasste nur knapp die Teilnahme am Final4.

Die mittlerweile erste Alte Herren der HSG hat sich vor erst drei Jahren gegründet. In der vorletzten Saison schossen die Schaumburger Jungburschen in der Regionsliga ihre Gegner regelmäßig aus der Halle. Die Truppe, die zu diesem Zeitpunkt aus etlichen Landesligaspielern der Vorsaison bestand war viel zu stark für diese Spielklasse. Im vergangenen Jahr belegte man dann in der Regionsoberliga den 3.Platz. Für ganz nach oben hat es nicht gereicht, da die Mannschaften aus Langenhagen und Barsinghausen zu stark waren. Nach zwei deutlichen Niederlagen gegen Langenhagen musste sich die Mannschaft um Andre Steege in dieser Saison mit Platz zwei nach der Meisterrunde begnügen.

Im Final 4 dürften die Schaumburger zu den Favoriten gehören. Für die Mannschaft spricht das Alter, denn etliche Leistungsträger erreichen gerade mal das 35.Lebensjahr. Dazu kommt die Tatsache, dass die HSG über einen schier grenzenloser Kader verfügt, der immer wieder mit Spielern höherklassiger Mannschaften ergänzt werden kann.

 

HSG Langenhagen – Der Primus und Serienmeister

Der Titelverteidiger aus Langenhagen will die Chance nutzen, um den vierten Titel in Folge zu erringen. Seit dem Wiederaufstieg 2011 gingen alle Titel der Alten Herren in die Flughafenstadt. Die HSG dürfte mit dem Heimvorteil im Rücken als haushoher Favorit in dieses Turnier gehen und den insgesamt 11.Titel anstreben. Die Mannschaft um Kapitän Karsten Schwanke ist seit Jahren ein „eingespielter Haufen“. Großteile der HSG gingen bis 2011 gemeinsam in der Landesliga auf Torejagd. Danach folgten Jakob Brix, Jörg Sauer & Co. der „Goldenen Generation“ der Langenhagener Altherrenhandballer um Namen wie Hansi Kliem und Matze Dietzsch, die zwischen 2002 und 2010 etliche Titel errang. Die Leistungsträger sind mit Ende 30 in der Lage, die volle Spielzeit Tempo zu spielen. Dazu kommt, dass die Mannschaft körperlich sehr robust und ausgeglichen besetzt ist. In der Meisterschaftsrunde wies man die starke Konkurrenz aus Schaumburg zweimal deutlich in die Schranken. Andere Mannschaften hatten nicht den Hauch einer Chance und so landete die HSG einen Kantersieg nach dem Anderen. In keiner Partie schien die Mannschaft über 60 Minuten ernsthaft gefordert worden zu sein. Bleibt also abzuwarten, wie das Team reagiert, wenn es im Halbfinale gegen Hainholz ihr gesamtes Leistungspotential abrufen muss.

 

VFV 87 Hainholz – Gelebte Tradition und solider Altherrenhandball

VfV 87/Hainholz 2014/2015
VfV 87/Hainholz 2014/2015

Gefühlt schon immer dabei, so könnte man das Team aus Hannovers Norden kurz beschreiben. Und tatsächlich, der kleine und traditionsreiche Handballverein ist seit 2003 im Altherrenbereich in Hannover vertreten. Seite an Seite mit dem TSV Barsinghausen ging man seit dem durch die Saisons der vergangenen Jahre und begegnete sich stets auf Augenhöhe. Für den ganz großen Wurf und einen Titel hat es allerdings bisher nicht gereicht. 2013 errang das Team die Vizemeisterschaft. Die Mannschaft um Heiko Pfarr war stets unter den besten vier Teams der Region vertreten. Einige Male stand die Mannschaft kurz vor der Auflösung, denn der Kader war in vergangenen Jahren auf neun Spieler zusammengeschrumpft. Irgendwie schaffte es die Mannschaft immer wieder sich durch die Saison zu beißen. Inzwischen verfügt das Team wieder über einen Kader von 13 Spielern. Ein gutes Stück „gereift“ und weiser geworden hat die Mannschaft ein gesundes Durchschnittalter von knapp 45 Jahren, worunter aber die spielerische Qualität nicht leidet. Das Team ist ein eingeschworener Haufen, der sich nicht nur auf der „Platte“ blind versteht.

Sportlich musste man um die Teilnahme am Final 4 lange zittern. Zu Beginn der Meisterrunde ließ man überraschend einen Punkt in Seelze liegen, und am Deister in Barsinghausen setzte es gar eine Niederlage. Mit Beginn der Rückrunde besann sich das Team wieder auf die eigenen Tugenden und Stärken. Mit dem Sieg im entscheidenden Spiel gegen Schaumburg 2 war die Qualifikation perfekt gemacht worden. Im Halbfinale wartet der Topfavorit aus Langenhagen. Wer die Männer um Heiko Pfarr kennt weiß genau, dass sie den Gastgebern alles abverlangen werden, und taktisch alles in die Waagschale werfen werden, um diese Partie zu gewinnen.

 

TSV Barsinghausen – Immer eine Hand an der Meisterschale

Seit 2002 sind die Deister-Allstars jetzt dabei und haben in den vergangenen 13 Jahren immer um den Titel mitgespielt. Wahre „Altherrenhandballschlachten“ waren das noch zu Bezirksligazeiten als es gegen namhafte Altherrenteams aus Neustadt, Burgdorf und Langenhagen ging. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen, altinternationaler Handballer traf sich eher zufällig in der Stadt am Deister. Seit dem lebt dieses „Projekt“ und ein Ende ist scheinbar nicht in Sicht. 2005 errang das Team die letzte Bezirksmeisterschaft, und ging so in die Geschichtsbücher des Handballbezirk Hannover ein. Insgesamt vier goldene Sterne auf der Brust zieren die Trikots der Handballer des TSV Barsinghausen.

Der letzte von insgesamt vier Titeln stammt aus dem Jahr 2011. Zwei Jahre später drohte das Team komplett auseinanderzufallen. Etliche Spieler verließen zu der Zeit den Verein und schlossen sich dem HV Barsinghausen an. Andere beendeten aus unterschiedlichsten Gründen ihre Karriere am Deister. Mit nur neun Spielern folgte ein sportlich schwieriges Jahr. Am Ende der Saison sprang zumindest ein dritter Platz in der Liga heraus. Dieser war Motivation genug, um die Tradition „Altherrenhandball diesseits des Deisters“ fortzusetzen. Im vergangenen Jahr musste man sich nur knapp der HSG Langenhagen geschlagen geben und belegte den 2.Platz. Seitdem konnte der Kader stetig ergänzt und quantitativ erweitert werden. Mit gut 45 Jahren im Schnitt stellen die Allstars einen altersmäßig ähnlichen Kader wie der VFV 87 Hainholz. Diese Saison verlief selbst für die Mannschaft überraschend positiv. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten überzeugte das Team als geschlossene Einheit besonders in der Rückrunde und beendete die Meisterrunde als Staffelsieger verlustpunktfrei. Die körperliche Präsenz der Abwehr, ein überragendes Torwartduo und der ewig junggebliebene Mike Winkelmann als unangefochtener Torschützenkönig der Liga stellen die wesentlichen Stärken der Mannschaft heraus.

Im Halbfinale des Final4 trifft das Team auf die „jungen Schaumburger Landburschen“. Ein völlig offenes Nachbarschaftsderby, und gleichzeitig ein Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Altherrenhandballgenerationen.

(BL)